Bad
Stürze im Bad vermeiden: das unterschätzte Risiko zu Hause.
Ein glatter Boden, wenig Halt und jeden Tag viele Male aufstehen: In Bad und Toilette kommt einiges zusammen. Lesen Sie, was die Zahlen von VeiligheidNL sagen und welche sieben Maßnahmen Sie noch diese Woche umsetzen können.
Inhalt dieses Artikels
Das Bad fühlt sich wie einer der vertrautesten Orte der Wohnung an. Nah, bekannt, schon tausendfach benutzt, ohne darüber nachzudenken. Gerade deshalb wird das Risiko dort leicht unterschätzt: ein glatter Boden, wenig Halt und jeden Tag viele Male hinsetzen und wieder aufstehen. In diesem Artikel lesen Sie, was die Zahlen sagen, warum gerade die Toilette ein heikler Moment ist und was Sie schon heute tun können.
Kurz gefasst
- 2024 kamen in den Niederlanden schätzungsweise 119.000 Menschen ab 65 Jahren nach einem Sturz in die Notaufnahme. Die meisten stürzten im Haus oder in dessen Umgebung (VeiligheidNL, das niederländische Institut für Unfallprävention).
- In Bad und Toilette kommen ein glatter Boden, wenige Haltemöglichkeiten und häufiges Aufstehen zusammen, auch nachts.
- Sieben Maßnahmen, vom Nachtlicht bis zum Haltegriff, können Sie noch diese Woche umsetzen.
Wie oft stürzen ältere Menschen zu Hause und im Bad?
Laut VeiligheidNL kamen 2024 in den Niederlanden schätzungsweise 119.000 Menschen ab 65 Jahren nach einem Sturz in die Notaufnahme. Das ist eine Person alle vier Minuten. 38.600 von ihnen wurden anschließend im Krankenhaus aufgenommen. Die meisten dieser Stürze passieren im Haus oder in dessen Umgebung.
Die Folgen sind oft schwer. Von den Menschen ab 65 Jahren, die nach einem Sturz in der Notaufnahme behandelt wurden, hatten 55 % einen Knochenbruch. Bei 19 % ging es um eine Hirnverletzung und bei 15 % um eine gebrochene Hüfte. Nach einem solchen Besuch in der Notaufnahme wurden 15.700 ältere Menschen vorübergehend oder dauerhaft in ein Pflegeheim aufgenommen. VeiligheidNL weist darauf hin, dass ein Sturz großen Einfluss auf die Selbstständigkeit hat und darauf, wie lange jemand zu Hause wohnen bleiben kann.
Wie oft genau im Bad oder auf der Toilette etwas passiert, steht nicht in diesen Jahreszahlen: Die Infografik von VeiligheidNL schlüsselt nicht nach Räumen auf. Es gibt aber eine Schätzung von Sanitairwinkel (einem niederländischen Onlineshop für Badausstattung) aus dem Jahr 2024, erstellt mit Daten des CBS (des niederländischen Statistikamts) und von VeiligheidNL. Demnach kamen zwischen 2013 und 2022 mindestens 22.000 Menschen ab 65 Jahren nach einem Sturz im Bad oder auf der Toilette stationär ins Krankenhaus. Das sind im Durchschnitt sechs Aufnahmen pro Tag. Es handelt sich um die Schätzung eines Onlineshops und nicht um eine amtliche Statistik: Bei 41 % der Krankenhausaufnahmen ist nicht bekannt, wo die Person gestürzt ist.
Warum gerade die Toilette?
Dass die Dusche rutschig sein kann, weiß jeder. Aber warum kommt es auch an der Toilette zu Stürzen? Vier Gründe:
- Aufstehen braucht Kraft und Gleichgewicht. Von einem niedrigen WC-Sitz hochzukommen, verlangt Kraft in den Beinen und ein gutes Gleichgewicht. Beides lässt mit den Jahren nach.
- Es gibt wenig Halt. An vielen Toiletten gibt es gar nichts zum Festhalten. Wer sich am Waschbecken oder an der Fensterbank abstützt, verlässt sich auf Dinge, die dafür nicht gemacht sind.
- Es passiert auch nachts. Schlaftrunken, im Dunkeln und oft in Eile.
- Es muss mehrmals am Tag sein. Ein Bad können Sie auslassen, den Gang zur Toilette nicht. Jeden Tag aufs Neue, ob es ein guter Tag ist oder nicht.
Der stille Schaden: Sturzangst
Ein Sturz muss keine Verletzung verursachen, um trotzdem Schaden anzurichten. Wer einmal gestürzt ist, oder beinahe, scheut vielleicht den Gang zur Toilette, trinkt abends bewusst weniger oder traut sich nachts nicht mehr hin. Diese Angst kann zu weniger Bewegung führen, weniger Bewegung zu weniger Muskelkraft und weniger Muskelkraft zu einem höheren Sturzrisiko. So kann ein einziger Schreckmoment der Anfang einer Abwärtsspirale sein.
Sieben Maßnahmen, die Sie diese Woche umsetzen können
- Beleuchten Sie den Weg. Nachtlichter mit Bewegungsmelder zwischen Schlafzimmer und Toilette kosten wenig und sorgen dafür, dass Sie nachts sehen, wohin Sie treten.
- Entfernen Sie lose Matten. Eine lose Badematte rutscht leicht weg. Nehmen Sie sie weg oder wählen Sie eine Matte mit rutschfester Unterseite.
- Machen Sie den Boden rutschfest. VeiligheidNL empfiehlt rutschfeste Böden, auch im Bad. Denken Sie an Antirutschstreifen oder eine rutschfeste Matte in Dusche und Badewanne.
- Lassen Sie Haltegriffe montieren. Neben der Toilette und in der Dusche, fest in der Wand verankert, damit sie Ihr Gewicht tragen können.
- Erhöhen Sie die Sitzhöhe. Je höher Sie sitzen, desto weniger Kraft kostet das Aufstehen. Eine Toilettensitzerhöhung ist der einfachste Weg.
- Nehmen Sie sich Zeit. Stehen Sie in zwei Schritten auf: erst kurz auf der Kante sitzen, dann erst hochkommen. VeiligheidNL rät, beim Aufstehen zu warten, bis ein möglicher Schwindel vorüber ist.
- Lassen Sie die Bewegung unterstützen. Fällt Ihnen das Aufstehen dauerhaft schwer, kann ein Hilfsmittel helfen, das die Bewegung selbst unterstützt.
Das Bad ist nur ein Teil des Ganzen. Wie Sie den Rest der Wohnung Schritt für Schritt angehen, lesen Sie in unserem Artikel darüber, wie Sie länger selbstständig zu Hause wohnen.
Wann ist ein Toilettenlift sinnvoll?
Haltegriffe und ein erhöhter Sitz helfen, solange die Kraft noch größtenteils da ist. Wird aber jedes Aufstehen zur Anstrengung, oder gelingt es nur noch mit Schwung, mit einem wackeligen Moment oder mit fremder Hilfe, dann löst ein fester Griff das eigentliche Problem nicht.
Ein elektrischer Toilettenlift wie der Comfort StandUp unterstützt die Bewegung beim Hinsetzen und Aufstehen. Der Sitz fährt ruhig und gleichmäßig nach oben und unten, und Sie bedienen den Lift selbst mit der Taste in der Armlehne. Kein Hilfsmittel kann einen Sturz ausschließen. Sie brauchen aber weniger Kraft und weniger Schwung in dem Moment, in dem das Aufstehen am schwersten ist, und das kann helfen, mit mehr Selbstvertrauen zur Toilette zu gehen. Der Lift steht frei über der Toilette, ohne Umbau, und passt über die meisten Standardtoiletten.
In den Niederlanden können Sie für Hilfsmittel und Wohnungsanpassungen bei Ihrer Gemeinde Unterstützung nach dem Wmo (dem niederländischen Gesetz zur sozialen Unterstützung) beantragen. Die Gemeinde prüft jeden Antrag im Einzelfall. Wie Sie beginnen, lesen Sie auf unserer Seite zur Kostenübernahme nach dem Wmo.
Warten Sie nicht auf den ersten Sturz
Warten Sie mit Anpassungen nicht, bis einmal etwas passiert ist. Die Zahlen oben sind kein Grund zur Angst, sondern ein Grund, diese Woche ein paar Dinge zu erledigen. Klein anzufangen ist völlig in Ordnung, Hauptsache, Sie fangen an.
Quellen
- VeiligheidNL, Infographic Valongevallen 65-plussers: feiten en cijfers 2024, 2025.
- VeiligheidNL, Recordaantal 65-plussers op spoedeisende hulp na valpartij, Meldung vom 29. September 2025.
- VeiligheidNL, Checklist: Zo blijft u overeind en voorkomt u een val, abgerufen 2026.
- Sanitairwinkel, Untersuchung zu Sturzunfällen im Bad auf Grundlage von Daten des CBS und von VeiligheidNL, 2024. Abgerufen über Ouderen Belangen, Val in de badkamer: ruim 22.000 ziekenhuisopnames onder senioren in tien jaar tijd, 26. September 2024.
Zuletzt geprüft am 19. September 2026.